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Meldung vom 16. März 2010

Sie stehen draußen
und kommen nicht rein?
Sie wundern sich?
Wir auch!

Seit August 2009 setzt sich die Initiative KOMM IN DIE GÄNGE für "ordnungsgemäße Zustände" ein, indem wir den Leerstand beendeten und die Häuser winterfest gemacht haben. Wir haben die Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht als Plattform für Kultur und Diskussionen über die Entwicklung der Stadt, als Ort der Produktion und Reflexion. Durch die dankenswerte Hilfe vieler HamburgerInnen, sowie Experten aus dem In- und Ausland ist so ein sinnvolles, notwendiges Stück Hamburg entstanden. Das Hamburger Bauprüfamt ist anderer Meinung und hat uns bis auf alle reinen Kunstausstellungen die weitere Nutzung untersagt. Unser Begriff von Kultur geht darüber jedoch weit hinaus.

Solidarisch schließen wir deshalb nun unsere Ausstellungen.

Keiner von uns und unseren Besuchern darf hier zu Schaden kommen, dafür haben wir immer Sorge getragen. Das Viertel befindet sich in ständiger Weiterentwicklung, die derzeitige Situation ist vorläufig. Wir haben bereits auf eigene Kosten Brand- und Schallschutzvorrichtungen installiert. Wir sind dabei, das Gängeviertel in einen "ordnungsgemäßen Zustand" zu versetzen und bauliche Mängel zu beseitigen. Daran wollen wir weiter arbeiten - und das gerne in verständnisvoller Zusammenarbeit mit der Bauprüfbehörde.

Doch den Häusern bleibt nicht mehr viel Zeit.

Unser Nutzungskonzept steht. Wir warten. Wir fordern die Bauprüfbehörde zu mehr Verständnis für unsere Situation und die Stadt Hamburg zu mehr Kreativität und zu aktiver Zusammenarbeit auf.

Die Stadt Hamburg hat den Ermessensspielraum nicht kreativ genutzt sondern restriktiv interpretiert.

Diese Denkstruktur der Hamburger Verwaltung auf andere kulturelle Flächen übertragen, würde in der Konsequenz bedeuten, die Dresdener Frauenkirche wieder zu einereingezäunten Ruine zurück zu bauen. Die Semperoper muss wieder Ochsenwiese werden, das Heidelberger Schloss wird sofort abgerissen, die Innenstadt von Lübeck geräumt und für jeden Publikumsverkehr geschlossen. An Lüneburg darf nur noch in 50 km Abstand vorbeigefahren werden und Quedlinburg wird sofort entkernt und anschließend mit Beton verfüllt - soweit es nicht abgerissen werden muss: Die Menschen sind umgehend anderweitig unterzubringen.

Die in der Studie der BSU geforderten "Kreativen Milieus" werden in Hamburg als Selbstbedienungsladen für die städtischen Verantwortlichen begriffen. Kreativität besteht im Wesentlichen aber aus dem Dialog. Auch und gerade die Verwaltung ist hier aufgefordert einen konstruktiven Umgang zu kultivieren. Dass sie dazu in der Lage ist, können wir ja bei vielen Bauprojekten in Hamburg erkennen, wo der steingewordenen, kommerziellen "Kreativität" kaum Grenzen gesetzt sind und die Menschen sich fragen, wie das denn überhaupt jemals genehmigt werden konnte.

Wir lassen uns von dieser restriktiven, politischen Praxis nicht entmutigen....
Wir machen weiter! Wir gehen in den öffentlichen Raum!
Jetzt kommen wir erst recht in alle Gänge!

 

STADTPLANUNG
Künstler erobern das Gängeviertel

21. Juli 2009, 04:00 Uhr
Hamburger Abendblatt

Noch immer tut sich nichts im Gängeviertel in der Neustadt. Kein Hinweis auf das geplante 50-Millionen-Projekt. Kein Bauzaun. Kein Kran. Nicht einmal ein Bauschild. Die historische Bausubstanz vergammelt weiter.

HAMBURG. Nun will die Künstler-Initiative "Lebendiges und kreatives Gängeviertel" dem letzten Zeugnis Althamburgischer Wohnkultur Leben einhauchen. Einhundert Künstler, Musiker, Kunsthandwerker, Kleinunternehmer und Existenzgründer könnten danach im Gängeviertel Platz finden.

"Weil nichts passiert, glauben wir nicht, dass der holländische Investor das Projekt startet", sagt Florian Tampe, freier Künstler, der ein Atelier am Valentinskamp betreibt. Stattdessen werde das Viertel noch mindestens zwei Jahre lang leer stehen. "Für diese Zeit bieten wir eine Zwischennutzung an, die die Häuser nicht nur belebt, sondern auch immens aufwertet." Der holländische Investor Hanzevast hat im Sommer 2008 einen Vertrag unterschrieben, der festlegt, was wann gebaut wird. Es soll ein Wohn- und Geschäftsviertel einstehen. 80 Prozent der historischen Substanz werden abgerissen oder nur als Fassaden erhalten. Im Juni erklärte Hanzevast, "noch einen Co-Finanzierer" zu suchen. Nach Bezirksangaben muss in diesem Jahr der Bau beginnen. Sollte das nicht passieren, könnte Hamburg das ehemals stadteigene Areal selber überplanen. Eine Lösung, die im Bezirk positiv gesehen wird. "Es ist traurig, was wir hier sehen. Die Häuser werden nur dichtgenagelt. Sicherungen der Substanz gibt es nicht; fast alle Dächer sind undicht", sagt Sebastian Rathert, der als Schildermaler sein Atelier dort hat. Das Interesse an den historischen Häusern sei bei den Passanten extrem hoch "Wir werden hier jeden Tag nach der Zukunft der Häuser gefragt." Bezirkschef Markus Schreiber (SPD) steht den Künstlern positiv gegenüber. "Kultur ist eine gute Nutzung. Immer noch besser als Verfall", sagt er. Weniger als ein Dutzend Menschen leben oder arbeiten in dem 4500 Quadratmeter großen Quartier. "In Hamburg suchen Hunderte von jungen Künstlern händeringend erschwingliche Atelierflächen. Viele gehen deshalb nach Berlin", sagt Florian Tampe. Unter den Künstlern, die sofort mitmachen würden, sind: die Streetart-Künstler der "Altona Stencil Artists", der Verein "Kulturelles Neuland e. V.", der Verein für Kunst, Bauen und Stadtentwicklung - "Kubasta", das Kollektiv Niedervolt-Hodini mit 20 Künstlern, das Künstlerkollektiv "Ebene +14", die bisherigen Mieter "Kupferdiebe" (Caffamacherreihe) und "Puppenstube" (Valentinskamp), Einzelkünstler wie Lena Schmidt, Manfred Kroboth (Künstler für Neue Medien), Woolwill (Schilder), Strandgut Fischer (Materialkunst), Vhoch4 (Stadtdenker), Goldrand (Musiker) und Jutta Konjer (Fotografie/Zeichnung). Weiterhin suchen 100 Künstler aus dem Frappant-Gebäude an der Großen Bergstraße, das Ikea weichen wird, neue Ateliers, sagte Gianna Schade, die Sprecherin der Künstler.(reba)



"Wir sind woanders" ist ein Veranstaltungsformat des Verbands
Aktuelle Kunst Hamburg | Konferenz der freien Kunstorte und -Initiativen

Gefördert von der Behörde für Kultur, Sport und Medien Hamburg (BKSM)
 

Die "kreative Klasse" Hamburg

ZDF Aspekte am 6.11.2009
Antrag auf politische Zuwendung (2.11.2009)



www.komm-in-die-gaenge.de
Die Website des Gängeviertels ...